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Erfinder von Expert Golf
ist
ausgerechnet der als Regelpapst
bekannte Buchautor
Yves C. Ton-That*.
Das mag erstaunen,
sollte man
doch
meinen, dass der Regelexperte eher
gegen den
Einsatz
von Telefonen auf
dem Golfplatz wäre.
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Herr Ton-That, müssten Sie als weltbekannter Regelexperte,
der die Einhaltung
von Regeln & Etikette propagiert,
nicht gegen den Einsatz von Telefonen
auf dem Golfplatz sein?
Ich bin zwar gegen das Telefonieren auf Golfplätzen,
doch nicht gegen das Mitführen von Telefonen generell. Erstens können
diese im Notfall lebenswichtig sein und zweitens sind die heutigen Telefone
– Stichwort Smartphones – eher kleine Computer, mit denen man unter anderem
telefonieren kann. Solange man auf dem Golfplatz nicht telefoniert und
seine Mitspieler nicht belästigt, bin ich keineswegs gegen ihre Benutzung.
Ist die Verwendung eines „Computers“ auf dem Golfplatz denn nicht gegen
den „Spirit of Golf“?
Technische Neuerungen im Golf generell zu verteufeln, hieße sich dem
Fortschritt und der Realität verschließen.
Das darf nicht sein. Heute
und in Zukunft werden Inhalte vermehrt in digitaler Form gespeichert
und daher ist es für
mich selbstverständlich, dass auch auf dem Golfplatz
elektronisch auf gewisse Informationen wie z. B. die Golfregeln
oder
Distanzangaben zugegriffen wird.
Sie haben Distanzangaben erwähnt – wird das Golfspiel durch das Benutzen
von GPS zur
Entfernungsbestimmung nicht zu einfach?
Keineswegs. Es geht hier um eine Grundsatzfrage, die sich jeder Club
selbst stellen muss – soll das Abschätzen von
Distanzen ein Bestandteil
des Golfsports sein oder nicht? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, müssen
konsequenterweise
sämtliche Distanzpfähle und Markierungen auf dem Golfplatz
entfernt werden. Wenn Sie allerdings der Meinung sind,
dass Birdiebücher
und Distanzmarkierungen zum Golfsport gehören, gibt es keinen Grund,
GPS nicht auch zuzulassen.
Eine GPS-Anwendung liefert keinerlei Angaben,
die Sie nicht auch durch Birdiebücher oder Distanzmarkierungen ermitteln
können – nur schneller. Wie erwähnt, ist es für mich selbstverständlich,
dass im 21. Jahrhundert Distanzinformationen
nicht mehr nur auf Sprinklerdeckeln
eingeritzt oder auf Papier gedruckt werden, sondern auch in digitaler
Form zur
Verfügung stehen.
Aber Sie müssen doch zugeben, dass mittels GPS Entfernungen wesentlich
präziser bestimmt werden können?
Nein, ich glaube, dass man durch Abschreiten von Distanzen, d. h. von
einer Distanzmarkierung zum eigenen Ball, die
gleiche genaue Entfernung
zum Loch berechnen kann wie mit GPS. Wenn Sie allerdings schon einmal
gesehen haben,
wie gute Spieler in ihren Birdiebüchern blättern, Distanzen
abschreiten, wieder das Birdiebuch konsultieren und rechnen,
dann freuen
Sie sich über den Einsatz von GPS, der dasselbe Resultat ohne Zutun des
Spielers permanent auf dem
Display anzeigt. Und damit sind wir beim wichtigsten
Argument für GPS: Es beschleunigt nachweislich den Spielfluss.
Ihre App liefert dem Spieler nicht nur Distanzangaben, sie dient auch
als elektronische Scorekarte, virtueller Schiedsrichter und virtueller
Golfcoach. Ist das überhaupt regelkonform?
Ja, die App ist durchaus regelkonform, die GPS-Anwendung allerdings
nur, wenn eine entsprechende Platzregel Entfernungsmesser zulässt. Vorsicht
ist dennoch geboten: Wenn auf dem Smartphone andere Applikationen installiert
sind, die nicht regelkonform sind, kann der Spieler disqualifiziert werden,
selbst wenn er diese gar nicht nutzt.
Bleiben wir noch etwas bei den Regeln – inwiefern ist die in der App
enthaltene Anwendung „iGolfrules“
Ihrem Bestseller „Golfregeln kompakt“
überlegen?
Auf diese Anwendung bin ich besonders stolz. Obwohl
sich der Regelführer in Papierform ungebrochener Beliebtheit erfreut,
bietet die digitale Variante doch erhebliche Vorteile: Die App enthält
animierte Bilder, wodurch das richtige Vorgehen bei Erleichterungsverfahren
noch leichter, Schritt für Schritt nachvollziehbar ist. Zudem konnte
besser zwischen Zählspiel und Lochspiel getrennt werden und Querverweise
sind nun verlinkt, so dass Sie direkt auf diese zugreifen können. Das
Beste ist jedoch ein interaktives Tool „Erleichterungsverfahren“, das
dem User jederzeit sagt, wann und wo er droppen darf.
Expert Golf enthält auch eine Anwendung
namens „Tipps & Tricks“,
die einen virtuellen Golfcoach verspricht –
macht diese den Golfpro überflüssig?
Nein, mit Sicherheit nicht, kein Programm und keine Maschine könnten
den Pro je ersetzen. Die Idee hinter der App ist vielmehr, dass sie Ihnen
Ratschläge erteilen soll, wenn der Pro nicht in der Nähe ist, insbesondere
auf der Runde. Sie erhalten Tipps, wie Sie den Ball aus schwierigen Lagen
spielen können, und bei akuten Fehlschlägen, wie z. B. Slice, getoppten
Bällen usw. liefert die App Soforttipps zur Fehlerbehebung. Diese sind
aber lediglich zur unmittelbaren Symptombekämpfung gedacht. Eine nachhaltige
Korrektur von Schwungfehlern kann und soll nach wie vor nur beim individuellen
Training mit dem Pro erfolgen.
Sie bieten in Ihrer App auch eine elektronische Scorekare an. Welchen
Sinn hat diese, wenn man am Ende des
Turniers seine Scorekarte doch in
Papierform im Sekretariat abgeben muss?
Sie haben Recht, im Fall eines Turniers müssen Sie
Ihre Scorekare derzeit nach wie vor in Papierform abgeben. Aber ich halte
es durchaus für denkbar, dass in Zukunft auch elektronische Scorekarten
eingereicht werden können. Dies würde nicht nur den Aufwand im Sekretariat,
sondern auch das Fehlerrisiko beim Abtippen der Scores erheblich reduzieren.
Aber zurück zur Gegenwart: Unsere App hat einen entscheidenden Vorteil
gegenüber der konventionellen Scorekarte –
sie berechnet Ihre Stablefordpunkte
automatisch. Dies und auch die Anzeige, wie viele Schläge Sie machen
dürfen,
bevor Sie den Ball aufnehmen können, ist einmal mehr dazu geeignet,
den Spielfluss zu beschleunigen.
Sie argumentieren immer wieder mit dem Spielfluss – wenn ich mir vorstelle,
wie Spieler auf dem Platz auf ihrem Telefon herumtippen, würde ich eher
das Gegenteil erwarten.
Als Golfer war es mir wichtig, eine App zu entwerfen, die das Golfspiel
unterstützt und nicht behindert oder womöglich davon ablenkt. Ich habe
mich bei jeder Funktion aufs Neue gefragt, ob sie hilfreich und notwendig
ist oder nicht. Auch den Spielfluss hatte ich dabei immer im Hinterkopf.
Expert Golf sollte keine Spielerei werden, sondern dem Golfer einen echten
Mehrwert bieten, ohne den Reiz des Spiels zu beeinträchtigen. Fazit:
Expert Golf enthält so viele Funktionen wie nötig und so wenige wie möglich.
Sie behaupten, für Expert Golf sei keine Bedienungsanleitung nötig –
ist das nicht ein wenig Schönfärberei?
Nein, es ist ganz bestimmt kein Manual nötig, es existiert nicht einmal
eines. Die App verfügt über eine intuitive Bedienerführung und ist so
einfach aufgebaut, dass alles selbsterklärend ist, versprochen! Es ist
alles dort, wo Sie es erwarten und falls Sie dennoch Probleme haben sollten,
rufen Sie uns einfach an – das Telefon haben Sie ja dann bereits in der
Hand.
Besten Dank für das Gespräch.
*Weitere Infos zu Yves C. Ton-That
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Yves
C. Ton-That (Handicap 5) ist Autor mehrerer preisgekrönter Golfbücher
und unzähliger Fachartikel. Zudem hat er diverse weitere Produkte
(DVD, Schulungsunterlagen u. a. m.)
rund um den Golfsport geschaffen.
Seine Werke sind inzwischen in über 20 Sprachen auf
der ganzen
Welt erhältlich.
Besonders bekannt ist Ton-That für seine Fähigkeit,
die Regeln auf leicht verständliche
Art
zu erläutern. Er gilt als
einer der führenden Experten auf diesem Gebiet und wird oft
als
Regelpapst bezeichnet.
Er ist offizieller Schiedsrichter, studierter
Jurist und lebt und
arbeitet
in Zürich.
Weitere Informationen finden Sie unter www.golfregeln.eu
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